FAQ - Frequently Asked Questions

Oft gestellte Fragen

Wie ist Geopolitik und Geostrategie definiert?

Für die Begriffe Geopolitik und Geostrategie existieren keine einheitlichen, allgemein anerkannten Definitionen. Beide Konzepte leiten sich aus jeweils zwei Begriffen ab: Geopolitik aus Geographie und Politik, Geostrategie aus Geographie und Strategie. Daraus ergibt sich eine gewisse begriffliche Unschärfe.

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden beide Begriffe häufig mit Machtpolitik verbunden. Geopolitik beschreibt dabei das Handeln von Staaten zur Durchsetzung geografisch, wirtschaftlich oder militärisch geprägter Interessen, etwa durch Einflussnahme, Kontrolle oder Machtprojektion in bestimmten Regionen. Geostrategie wird oft als die strategische Umsetzung geopolitischer Ziele verstanden, insbesondere durch politisches, wirtschaftliches und militärisches Handeln.

Wir verwenden einen erweiterten Geostrategie-Begriff. Unser Fokus liegt auf allen geostrategischen Entwicklungen, die

  • strukturelle politische Reaktionen erwarten lassen,
  • Kapitalmärkte sowie Investitionschancen und -risiken nachhaltig beeinflussen,
  • unabhängig davon, ob sie innerhalb einzelner Staaten, zwischen Staaten oder Staatenblöcken oder auf supranationaler Ebene wirken.

Dieser breite Ansatz bildet die Grundlage für unsere Analyse geostrategischer Risiken und Chancen im Investmentprozess.

Auf welche geostrategischen Treiber fokussiert dich der Geostrategy Fund?

Der Geostrategy Fund konzentriert sich aktuell auf vier zentrale geostrategische Treiber: Sicherheit, Dekarbonisierung, Deglobalisierung sowie Gesundheit und demografische Entwicklung. Diese Treiber zeichnen sich durch einen hohen Grad staatlicher Eingriffe, politischer Steuerung und regulatorischer Maßnahmen aus und haben damit unmittelbare und nachhaltige Auswirkungen auf Kapitalmärkte, Unternehmensbewertungen und Investitionsentscheidungen.
 

Sicherheit

Spätestens seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine ist die europäische Friedensdividende aufgebraucht. Gleichzeitig erhebt China Ansprüche auf Taiwan und fordert die USA zunehmend heraus. Neue Akteure wie Indien, Brasilien, Indonesien oder Südafrika treten mit eigenen geopolitischen Ambitionen auf die Weltbühne. Die Folge sind eine Zunahme geopolitischer ad-hoc Ereignisse und eine strukturelle Neubewertung ganzer Branchen, etwa im Verteidigungs- und Sicherheitssektor.
 

Dekarbonisierung

Staaten greifen weltweit massiv in Produktionsprozesse, Mobilität, Transport und Energieerzeugung ein, um die ökologischen Belastungen zu reduzieren. Verbrennungsmotoren sollen perspektivisch verboten, Investitionen in erneuerbare Energien, Elektromobilität und Kreislaufwirtschaft stark subventioniert werden. Diese politischen Weichenstellungen wirken direkt auf Märkte und Unternehmensbewertungen. Während Unternehmen traditioneller Industrien teils deutlich unter Buchwert gehandelt werden, weisen Unternehmen mit Fokus auf Elektromobilität oder saubere Technologien häufig sehr hohe Bewertungsmultiplikatoren auf.
 

Deglobalisierung

Als Reaktion auf die veränderte sicherheitspolitische Lage und steigende Abhängigkeiten verlagern Staaten und supranationale Institutionen wie die Europäische Union kritische Lieferketten zunehmend zurück in den eigenen Wirtschaftsraum. Parallel dazu werden Exporte sensibler Hochtechnologien, insbesondere in autokratische Staaten wie China, eingeschränkt. Diese Entwicklungen haben teils tiefgreifende Auswirkungen auf bestehende Geschäftsmodelle, eröffnen jedoch zugleich attraktive Investitionschancen, insbesondere für spezialisierte mittelständische Unternehmen in Schlüsseltechnologien.
 

Gesundheit und demografische Entwicklung

Die politischen Reaktionen auf die Covid-19-Pandemie haben die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen globaler Gesundheitsrisiken deutlich gemacht: Lockdowns, die zeitweise Stilllegung ganzer Wirtschaftszweige und die Verlagerung des Alltags in den digitalen Raum. Davon profitierten insbesondere Unternehmen aus den Bereichen Software, E-Commerce und digitale Kommunikation. Langfristig verstärken zudem demografische Trends wie Alterung der Gesellschaften und steigende Gesundheitsausgaben die strategische Bedeutung dieses Themenfelds.

Warum Geostrategie im Anlageprozess?

Politische Börsen haben keine kurzen Beine. Politische und geostrategische Entwicklungen wirken nicht nur kurzfristig auf die Kapitalmärkte, sondern beeinflussen Strukturen, Geschäftsmodelle und Bewertungen nachhaltig.

Aus unserer Sicht haben Globalisierung und die weitgehende Entkopplung der Wirtschaft von politischen Eingriffen ihren Höhepunkt überschritten. Staatliche Eingriffe, geopolitische Machtverschiebungen und strategische Interessen prägen zunehmend die Rahmenbedingungen für Unternehmen und Investoren.

 

Wir unterscheiden dabei zwei Formen politischer und geostrategischer Einflussnahme:

 

1. Politische ad-hoc Reaktionen auf unerwartete Ereignisse
Hierzu zählen plötzliche Schocks wie der russische Angriffskrieg auf die Ukraine oder die Covid-19-Pandemie. Solche Ereignisse führen häufig zu abrupten Marktverwerfungen, erhöhter Volatilität und kurzfristig deutlichen Kursreaktionen.

 

2. Strukturelle, langfristige Trends
Dazu gehören Entwicklungen wie Dekarbonisierung, Deglobalisierung oder die demografische Alterung. Diese Trends wirken schleichend, aber tiefgreifend auf Geschäftsmodelle, Ertragskraft und Wettbewerbspositionen von Unternehmen und schaffen zugleich neue Risiken und Investmentchancen.

 

Beide Ebenen haben erhebliche Auswirkungen auf Märkte und Unternehmen. Während ad-hoc Ereignisse kurzfristige Schocks auslösen, verändern langfristige geostrategische Trends die Gewinnentwicklung und Bewertungsperspektiven über Jahre hinweg.

Wir sind überzeugt, dass die systematische Analyse und die explizite Integration geostrategischer Treiber den Anlageprozess verbessert, Risiken reduziert und Portfolios widerstandsfähiger gegenüber exogenen Schocks macht.

Was verstehen wir unter einer geo- und sicherheitspolitischen Risikodekade?

Bis zum Ende des Kalten Krieges im Jahr 1989 befand sich die Welt in einem vergleichsweise stabilen geostrategischen Gleichgewicht. Zwei Machtblöcke standen sich gegenüber, jeweils geführt von einer dominierenden Supermacht. Die gegenseitige Abschreckung setzte klare Grenzen für geostrategische Machtausdehnung, da eine Eskalation die Existenz beider Seiten gefährdet hätte.
 

Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion blieben die USA für rund zwei Jahrzehnte die einzige globale Supermacht. In dieser Phase dominierten sie die geopolitische Ordnung. Staaten wie China oder Indien waren wirtschaftlich und militärisch noch nicht in der Lage, eigene geostrategische Ambitionen auf globaler Ebene durchzusetzen. Russland wiederum war nach dem Zerfall der Sowjetunion lange Zeit innenpolitisch und wirtschaftlich gebunden.

Dieses Machtgefüge begann sich schrittweise zu verändern. Spätestens mit Russlands militärischem Engagement in Syrien, der Intervention in Georgien sowie der Annexion der Krim und der Destabilisierung der Ostukraine ab 2014 wurde deutlich, dass Russland wieder bereit ist, seine Interessen militärisch durchzusetzen. Der Angriffskrieg gegen die Ukraine markiert schließlich einen Wendepunkt: Die Welt ist in eine Phase offener, machtpolitischer Konfrontation eingetreten.
 

Gleichzeitig versteht sich China zunehmend als globale Führungsmacht. Der Anspruch auf Taiwan und das strategische Ziel, den Einfluss der USA im pazifischen Raum zurückzudrängen, sind zentrale Elemente chinesischer Geostrategie. Indien hat ebenfalls stark an Bedeutung gewonnen und verfolgt zunehmend eigenständige Interessen, die nicht immer mit denen westlicher Staaten übereinstimmen.

 

Hinzu kommen aufstrebende Regionalmächte wie Indonesien, Brasilien, die Türkei oder Südafrika, die geopolitisch an Gewicht gewinnen und sich keiner der großen Machtblöcke eindeutig zuordnen lassen. Staaten des Nahen Ostens nutzen ihre strategische Rolle im Energiesektor gezielt und manövrieren zwischen den Interessen der USA, Europas, Chinas und Russlands.

 

Die geo- und sicherheitspolitische Risikodekade beschreibt genau diesen Zustand: eine multipolare Weltordnung mit einer Vielzahl selbstbewusster Akteure, die bereit sind, ihre geopolitischen Ziele auch aggressiv zu verfolgen. Das Konfliktpotenzial zwischen Staaten steigt dadurch deutlich. Unsere Analysen zeigen, dass diese Gemengelage aus konkurrierenden Interessen und erhöhten Risiken nicht kurzfristig verschwinden wird. Aus unserer Sicht befindet sich die Welt daher in einer neuen, langfristig wirksamen geo- und sicherheitspolitischen Risikodekade.

Was ist "Resilent Investing" des Geostrategy Funds?

„Resilient Investing“ ist die DNA des Geostrategy Fund.

Der Begriff „resilient“ steht für Widerstandsfähigkeit, Robustheit und Anpassungsfähigkeit. In unserem Investmentprozess bedeutet das, gezielt in Unternehmen zu investieren, die externen Belastungen standhalten und sich auch unter schwierigen Rahmenbedingungen behaupten können. Gleichzeitig ist das Portfolio so strukturiert, dass es auf Schocks und Krisen möglichst stabil reagiert.

Konkret analysieren wir, wie anfällig Geschäftsmodell, Umsätze, Gewinne, Cashflows und Kapitalrenditen eines Unternehmens gegenüber externen Einflüssen sind. Dazu zählen unter anderem Konjunktureinbrüche, technologischer Wandel, Rohstoffknappheiten, Lieferengpässe oder geldpolitische Veränderungen. Positiv formuliert: Wir wollen verstehen, wie widerstandsfähig ein Unternehmen gegenüber diesen Faktoren ist und ob es auch in einem anspruchsvollen Umfeld nachhaltig Wert schaffen kann.

Was passiert mit der Portfoliostruktur in geostrategischen "Ruhephasen"?

Die Investment-Philosophie des Geostrategy Fund ist dynamisch. Je nach geostrategischer Lage passen wir die Gewichtungen zwischen Geostrategie-Portfolio und Alpha-Portfolio flexibel an.

 

Zudem investieren wir bevorzugt in Unternehmen, die zwar von geostrategischen Trends profitieren, deren Geschäftsmodell aber unabhängig von diesen Trends robust ist.

 

In ausgeprägten geostrategischen „Ruhephasen“ erhöhen wir gezielt den Anteil des Alpha-Portfolios. „Stock Picking“ steht dann besonders im Fokus, und wir nutzen die Gelegenheit, verstärkt attraktive Alpha-Ideen umzusetzen.

Was sind Alpha-Investments des Geostrategy Funds?

Alpha-Investments sind Unternehmen, die in jeder Markt- und Konjunkturphase deutlich unterbewertet sind und eine hohe Sicherheitsmarge aufweisen.

Solche Unternehmen werden zu Alpha-Ideen, wenn wir Katalysatoren oder Sondersituationen erkennen, die eine deutliche Wertaufholung erwarten lassen.

 

Wir analysieren kontinuierlich Unternehmen, um diese Alpha-Ideen frühzeitig zu identifizieren und gezielt in bislang unentdeckte Chancen zu investieren.

Wie bewertet der Geostrategy Fund das geostrategische Ad-hoc-Risiko für die Märkte?

Der Geostrategy Fund analysiert kontinuierlich das geostrategische Risiko für die Märkte.
 

Hierfür haben wir ein eigenes Modell entwickelt: den GSF Risk Index.

Der Index basiert auf bis zu 20 geopolitischen Faktoren, die in vier Cluster unterteilt sind. Jeder Faktor erhält einen Risikowert von 0 bis 10 sowie eine Gewichtung. Aus diesen Werten berechnen wir einen gewichteten Durchschnitt – den GSF-Risikowert.

Ein steigender Wert signalisiert, dass das geostrategische Risiko für die Kapitalmärkte tendenziell zunimmt. Ziel ist es, potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen und die Portfolioausrichtung entsprechend anzupassen.

Wie setzt der Geostrategy Fund das Konzept der Geostrategie konkret um?

Der Geostrategy Fund investiert primär in drei Bereiche: Geostrategisches Portfolio | Alpha-Portfolio | Cash & Anleihen. Anleihen dienen überwiegend als Liquiditätsersatz.
 

Geostrategisches Portfolio:
Hier investieren wir in Unternehmen, die von identifizierten geostrategischen Trends profitieren. Gleichzeitig weist ein Teil dieser Investments eine geringe Korrelation zum Gesamtmarkt auf und stabilisiert das Portfolio bei plötzlichen geostrategischen Schocks.
Beispiel: Während der Corona-Pandemie brach der Gesamtmarkt stark ein, Aktien aus den Bereichen E-Commerce und Software erholten sich jedoch schnell und stabilisierten das Portfolio.
 

Alpha-Portfolio:
Dieses Portfolio umfasst gezielte Stock-Picking-Ideen – Unternehmen, die wir anhand von Bewertung, Wachstumspotenzial, Resilienz und erwarteten Newsflows als besonders aussichtsreich einschätzen.
 

Dynamische Gewichtung:
Je nach Einschätzung der aktuellen geostrategischen Lage passen wir die Gewichtung zwischen Geostrategie-Portfolio und Alpha-Portfolio flexibel an, um Chancen zu nutzen und Risiken zu steuern.

Was ist das Anlageziel und die Anlagepolitik des Geostrategy Funds?

Der Geostrategy Fund strebt einen möglichst hohen Wertzuwachs an. Ziel ist es, durch eine gezielte Anlagestrategie Aktienrenditen bei kontrolliertem Risiko zu erzielen.

Der Fonds investiert vorwiegend in Aktien von Unternehmen aller Größenklassen, mit Schwerpunkt auf Europa. Je nach Marktlage kann der Fonds den Liquiditätsanteil erhöhen und zusätzlich Anleihen als Liquiditätsersatz halten. Marktrisiken können selektiv mittels Derivaten abgesichert werden. Mindestens 51 % des Fondsvolumens sind in Kapitalbeteiligungen investiert.

Der Fonds bildet keinen Index ab und orientiert sich auch nicht an einem festen Vergleichsmaßstab. Das bedeutet, dass der Anlageberater die Vermögenswerte aktiv auf Basis eines strukturierten Investitionsprozesses auswählt und nicht passiv einem Referenzindex folgt.

Eine Anlage in den Fonds ist als langfristige Kapitalanlage zu betrachten. Der Fonds eignet sich insbesondere für Anleger, die Kapitalwachstum durch Aktienanlagen anstreben.

Die zugrunde liegenden Investitionen berücksichtigen nicht die EU-Kriterien für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten, weshalb der Fonds gemäß Artikel 6 der Verordnung (EU) 2019/2088 eingestuft ist.

Wie kann der Geostrategy Fund erworben werden?

Der Fonds kann auf allen gängigen Plattformen und bei vielen Banken erworben werden. Der Geostrategy Fund ist in zwei Anteilklassen aufgelegt.

Inhaber-Anteile R
ISIN: DE000A2ARN97 / WKN: A2ARN9

 

Inhaber-Anteile I
Mindestanlage 20.000 EUR, handelbar an der Börse Hamburg:
ISIN: DE000A1111G8 / WKN: A1111G

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